Trockenheitsfeste Gärten: So machst du deinen Garten fit für heiße Sommer – und hilfst dabei unsere Insekten

Trockenheitsfeste Gärten: So machst du deinen Garten fit für heiße Sommer – und hilfst dabei unsere Insekten

Lange Trockenphasen, heiße Sommer, kaum Regen – das ist längst keine Ausnahme mehr. Doch keine Sorge: Du kannst deinen Garten so gestalten, dass er auch ohne ständiges Gießen grün, lebendig und insektenfreundlich bleibt. In diesem Beitrag zeigen wir dir, wie du deinen Garten auf natürliche Weise wappnest – und gleichzeitig unsere heimischen Wildbienen, Schmetterlinge & Co. unterstützt.

Warum Trockenheit nicht nur Pflanzen stresst

Nicht nur deine Beete leiden unter langen Dürreperioden – auch viele einheimische Insektenarten und Tierarten haben es zunehmend schwer. Blühpflanzen vertrocknen, Nektar wird knapp, Bodenbrütende Vögel finden keine kühlen Rückzugsorte. Ihnen allen kann es sehr helfen, den Garten so anzulegen, dass vielfältige, trockenheitsverträgliche Lebensräume und Schutzräume entstehen. Diese Bereiche bieten - richtig angelegt - zudem einen wundervollen Anblick.

Mit den richtigen Pflanzen und einem durchdachten Bodenschutz schaffst du Oasen für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Nützlinge – auch in heißen Sommern.

Die besten Tipps für einen trockenheitsfesten Garten

1. Den Boden als Wasserspeicher nutzen

Ein gesunder, lebendiger Boden ist der Schlüssel:

Mulchen: Eine Schicht aus Rasenschnitt, Stroh oder Rindenmulch schützt den Boden vor dem Austrocknen und auch vor Erosion bzw. Wegschwemmen bei eventuellen Starkregenschauern. Du hast eine ungenutzte Beetfläche im Garten? Dann decke sie unbedingt mit Mulch ab, falls du nicht die Gelegenheit zur Begrünung hast.

Kompost & Humus: Humusreiche Böden speichern Wasser viel besser. Regelmäßig Kompost einarbeiten lohnt sich doppelt. (Nur bitte nicht, wenn du eine Wildwiese anlegen möchtest. Denn diese braucht besonders wenige Nährstoffe, damit die Pflanzen sich robust entwickeln und nicht hochschießen.)

Boden lockern: Verdichtete Böden verhindern, dass Wasser versickert. Vor dem Pflanzen immer gut auflockern und auch in längeren Trockenperioden locker halten. 

2. Die richtigen Pflanzen auswählen – Trockenheitshelden & Insektenmagnete

Setze auf heimische Wildpflanzen und robuste, mediterane Kräutern, die mit wenig Wasser auskommen und gleichzeitig Insekten versorgen:

Unsere Trockenheitshelden für deinen Garten:

Wiesen-Salbei (Salvia pratensis) – Nektarquelle für Wildbienen & Hummeln

Färberkamille (Anthemis tinctoria) – gelb blühend, trockenheitsresistent

Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) – bei Schmetterlingen sehr beliebt

Wilde Möhre (Daucus carota) – Doldenblüte für viele Nützlinge

Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa) – robust und langlebig

Natternkopf (Echium vulgare) – einer der besten Bienenmagneten, blüht aber erst im 2. Jahr nach der Aussaat

Spitzwegerich, Breitwegerich (Plantago spp.) – Futterpflanze für viele Schmetterlingsraupen

Sand-Thymian (Thymus serpyllum) – niedrig, bienenfreundlich, trockentolerant

Wiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) – klassisch, genügsam, liebt Sonne

Thymian, Salbei, Rosmarin, Fenchel, Ysop und Oregano bieten ebenfalls eine große Menge an Nektar und sind ausgesprochen trockenresistent.

Mit diesen Pflanzen sorgst du nicht nur für Farbe, sondern auch für lebenswichtige Nahrung und Rückzugsorte für unsere heimischen Insekten, Bienen, Schmetterlinge und so weiter, in trockenen Zeiten.

3. Clever pflanzen – natürliche Schattenspender nutzen

Schaffe kleine Mikroklimate im Garten:

  • Pflanzengemeinschaften: Kombiniere hohe, schattenspendende Pflanzen mit niedrigeren Arten. Gerade kleinere Büsche unter schattenspendenden Bäumen schaffen vergleichsweise kühle Rückzugsorte.
  • Hecken & kleine Bäume: Bremsen Wind und reduzieren die Verdunstung.
  • Nutze Bodendecker: Kriechender Günsel, Sand-Thymian, Sedum, Sempervivum oder Walderdbeeren schützen den Boden recht gut vor Austrocknung.

4. Wasser effizient einsetzen

Wenn gegossen wird, dann richtig:

  • Morgens oder abends gießen, niemals in der Mittagshitze.
  • Selten, aber durchdringend: Lieber alle paar Tage viel Wasser als täglich wenig.
  • Gießen direkt an den Wurzeln statt die Blätter nass zu machen.

5. Regenwasser sammeln

So kannst du auch in heißen Sommern auf wertvolles Wasser zugreifen:

  • Nutze Regentonnen oder Zisternen.
  • Beziehe Dachflächen mit ein – vom Gartenhaus bis zur Garage, sofern es dir möglich ist.

Fazit: Dein Garten als Oase für Pflanzen & Insekten bei anhaltender Trockenheit

Mit etwas Planung wird dein Garten zur ziemlich widerstandsfähigen, bunten Oase, die auch in trockenen Sommern nicht aufgibt – und ganz nebenbei eine wichtige Rolle im Schutz unserer heimischen Insekten spielt.

Mach deinen Garten bereit für die Zukunft – und hilf dabei, unsere Insektenvielfalt zu bewahren.

Tipp: Wir haben viele der vorgestellten Wildblumensamen für trockene Bereiche im Garten verfügbar. Schau einfach mal in unseren Produktkategorien vorbei:

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Noch mehr lesen? 

Der NABU hat eine tolle Seite zu Pflanzen für trockene und sonnige Standorte zusammengestellt: https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/grundlagen/klimagarten/34052.html

 

 

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